SOUL-FUEL
- Julie

- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
"Was hast du drei Wochen in London gemacht? War das nur zum Spass?"
Das werde ich oft gefragt, seit ich aus London zurück bin.
Meine Antwort darauf?
„Ja, es hat Spass gemacht. Aber nein, es war nicht zum Spass.“
Es war auch kein Urlaub und keine Workation.
Für mich war es ein calling. Eine Berufung.

Eine Berufung, von der ich nicht wusste, dass sie in einer Schaffensphase von drei Wochen enden würde.
Nicht in der Art und Weise, wie man Arbeit im herkömmlichen Sinne versteht, so wie es über 30-Jährigen ihr ganzes Leben lang beigebracht wurde. Keine Arbeit, bei der ich in ein Büro gehe und den ganzen Tag an meinem Schreibtisch sitze, E-Mails beantworte und Telefonate führe. Keine wichtigen Kundengespräche, keine Geschäftsessen oder langweilige Networking-Veranstaltungen.
Eine Schaffensphase auf meine ganz eigene Art, so wie ich buchstäblich am besten "wirke".
Wie das aussah?
Ich bin einfach ohne jegliche Pläne losgezogen.
Und das schien für mein Umfeld im Vorfeld noch seltsamer zu sein: „Also, wenn du drei Wochen in London verbringst, was wirst du dort eigentlich machen? Hast du irgendwelche Pläne?“
Nein, keine Pläne.
Ich wollte einfach in das eintauchen, was London mir zu bieten hatte. Das war mein Plan.
Mich im Strassenleben verlieren, in den verschiedenen Stadtvierteln, bei Ausstellungen, in Geschäften, Parks…den Alltag dort geniessen, endlich wieder Leute treffen, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe, seit ich 2005 dort gelebt habe, zum Abendessen ausgehen, tolle Gespräche führen und mit ihnen am Freitagabend Tennis spielen.
Re-connecten. Mit London, mit Freunden. Aber vor allem mit mir selbst.
Die „Arbeit“ fand dort statt, wo ich mich gerade bewegte, die „Geschäfts“-Mittagessen und Networking-Veranstaltungen waren die Einzelgespräche mit meinen Freunden, die Kundengespräche kamen in Form von Telefonaten und Sprachnachrichten. Und ja, ich habe dann auch viel Zeit an meinem Computer verbracht, um all das zu verarbeiten. Um das „PS auf die Strasse zu bringen“, wie man damals in der Autoindustrie so schön sagte.
Das entspricht wohl in keiner Weise unserer alten Vorstellung davon, wie ein Arbeitsalltag auszusehen hat.
Dass man mitten in Kew Gardens, umgeben von einer Ausstellung mit über 40 Henry Moore Skulpturen, die besten Einfälle für seine Kundinnen haben könnte, oder dass man im Museumsshop des Barbican eklektische Objekte entdeckt und als Impuls verschickt … oder dass man zufällig einen Gesprächsausschnitt auf der Strasse hört, der die Lösung für ein Problem auf den Punkt bringt – all das wird definitiv nicht als „seriöse“ Arbeit angesehen. Maximal als Zufall und „Fun“.

Für die meisten von uns bedeutet Arbeit eben immer noch, den ganzen Tag „busy“ zu sein. Geleitet von dem „Funktionieren“, das schon so lange von uns erwartet wird. Und während wir das tun, während das Funktionieren so im Vordergrund steht, haben wir alle völlig vergessen, dass es noch eine andere Seite unserer Geschichte gibt: nämlich die, wie wir eigentlich am besten wirken.
Und genau dieses Umherstreifen, die Sinne geschärft für das, was die Stadt, die Menschen, die Ausstellungen usw. mir zu zeigen oder zu erzählen hatten, liess mich erkennen: das ist die Basis für meine ganz eigene Art zu arbeiten.
Dieses Hinausgehen, um die Welt zu lesen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, zu hören, was Menschen tatsächlich sagen, wenn man wirklich zuhört, offen zu sein für das, was meine Aufmerksamkeit packt, während ich mich durch den Alltag bewege, meine Umgebung mit allen Sinnen zu erfassen, um wirklich zu verstehen, was vor sich geht.
Dies gilt es für mich ständig zu verfeinern. Das ist mein Training. Meine Disziplin. Dort küsst mich die Muse.
Dort tanke ich das Benzin für meinen Seelenmotor.

Um dies dann in meine Arbeit hineinzutragen.
Denn dieses Training, meine Sinne stetig zu schärfen, „bewirkt“ bei meinen Kunden so unendlich viel mehr, als wenn ich in meinem Büro sitze und mir den Kopf zerbreche, wie ich sie dabei unterstützen könnte, ihre Gabe zu finden, mit der sie ihre Botschaft endlich stimmig in die Welt tragen können.
👉🏻 Sie dabei zu unterstützen, zu verstehen, warum sie gerade mit ihrem Business feststecken und sich alles schwer anfühlt.
👉🏻 Ihnen zu übersetzen, was das Leben jedem von uns täglich zeigt, damit wir den roten Faden für unsere Geschichte wiederfinden.
👉🏻 Ihnen zu zeigen, dass in diesen „Angeboten“ des Lebens unser wahres Gold liegt.
👉🏻 Und wie sie dieses Gold für sich nutzen können. Nämlich als Grundlage dafür, endlich wirkungsvoll sichtbar werden können.
Und nein, dafür braucht es nicht immer London.
Aber diesmal brauchte es London, um mir zu zeigen, was ich brauche, um meinen Job richtig gut machen zu können.
Yours truly, Julie 💕



Kommentare